Ein Nährstoffmangel entsteht nicht über Nacht. Bevor klinische Krankheiten entstehen, durchläuft der Körper Phasen der Unterversorgung. In diesen Phasen priorisiert der Organismus: Lebenswichtige Organe wie Herz und Gehirn werden zuerst versorgt. „Luxusfunktionen“ wie volle Haare, feste Nägel oder stabile Stimmung werden als Erstes rationiert.
Hier sind weitere 12 Signale, die auf leere Speicher hindeuten:
1. Ständiges Gähnen (Eisenmangel) Gähnen dient oft nicht nur der Müdigkeit, sondern dem Versuch, mehr Sauerstoff aufzunehmen und das Gehirn zu kühlen. Bei Eisenmangel (niedriges Ferritin) ist der Sauerstofftransport im Blut eingeschränkt, das Gewebe leidet unter Hypoxie – der Körper versucht, dies durch Gähnen auszugleichen.
2. Wiederkehrende weiße Flecken (Zink) Wie bereits in Teil 1 erwähnt, zeigt dies eine Störung der Nagelbildung an. Zink wird jedoch auch massiv für das Immunsystem verbraucht. Treten die Flecken oft nach Infekten auf, zeigt dies, dass der Körper seine Zinkreserven für die Abwehr „geplündert“ hat.
3. Eingerissene Mundwinkel (Vitamin B2 / Eisen) Dies ist oft das erste sichtbare Zeichen eines intrazellulären Mangels. Da sich Hautzellen im Gesicht und Mundbereich sehr schnell teilen, macht sich ein Mangel an Zellbausteinen (Riboflavin und Eisen) hier am schnellsten bemerkbar.
4. Herzstolpern / Rasen (Kalium / Magnesium) Das Herz ist ein Muskel, der elektrisch gesteuert wird. Kalium und Magnesium stabilisieren das elektrische Potenzial der Herzzellen. Ein Ungleichgewicht dieser Elektrolyte führt zu Extrasystolen (Stolpern) oder einer erhöhten Herzfrequenz.
5. Schuppige Kopfhaut (Biotin / Omega-3) Trockene, schuppige Haut deutet oft auf einen Mangel an gesunden Fetten und Biotin (Vitamin B7) hin. Biotin reguliert den Fettstoffwechsel der Haut. Fehlt es, wird die Hautbarriere instabil und entzündet sich leichter.
6. Blaue Flecken aus dem Nichts (Vitamin K / C) Wenn man sich kaum stößt, aber sofort Hämatome bekommt, sind die Kapillarwände zu brüchig (Vitamin C Mangel) oder die Blutgerinnung reagiert zu langsam (Vitamin K Mangel).
7. Das Mittagstief (B-Vitamine / Blutzucker) Wer nach dem Essen in ein tiefes Loch fällt, hat oft Probleme mit dem Kohlenhydratstoffwechsel. B-Vitamine (besonders B1) sind nötig, um Glukose in Energie zu verwandeln. Fehlen sie, oder schwankt der Blutzucker zu stark, crasht das Energielevel.
8. Kribbeln in Fingern/Füßen (Vitamin B12) Dies ist ein ernstzunehmendes Warnsignal. Es deutet darauf hin, dass die Nervenenden bereits unterversorgt sind. Da B12 vor allem in tierischen Produkten vorkommt und einen intakten Magen zur Aufnahme braucht, ist dieser Mangel weit verbreitet.
9. Lichtempfindlichkeit (Vitamin A) Wer bei hellem Licht oder nachts beim Autofahren Probleme hat, könnte unter Vitamin-A-Mangel leiden. Retinol ist essenziell für die Sehpigmente in der Netzhaut, die für das Hell-Dunkel-Sehen zuständig sind.
10. Wassereinlagerungen (Kalium / Vitamin B6) Ödeme sind oft ein Zeichen für ein Natrium-Kalium-Ungleichgewicht. Wir essen oft zu viel Salz (Natrium) und zu wenig Kalium (Gemüse). Vitamin B6 wirkt zudem als natürliches Diuretikum und hilft, den Wasserhaushalt zu regulieren.
11. Innere Unruhe (Magnesium) Ohne ausreichend Magnesium bleiben die Muskeln und Nerven in einem Zustand der leichten Anspannung. Der Körper kommt physiologisch nicht in den Parasympathikus-Modus (Entspannung).
12. Keine Traumerinnerung (Vitamin B6) Vitamin B6 ist ein Co-Faktor für die Produktion von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin, die den Schlafzyklus und das Träumen steuern. Menschen mit B6-Mangel berichten oft, dass sie sich nie an Träume erinnern können.