Kokosöl: In jeder einzelnen getesteten Flasche steckten Weichmacher – hier ist die komplette Liste

Hier siehst Du einen unserer Herzensbriefe.

Trag Dich unten ein, und er wird Dir kostenlos zugesandt!

Kokosöl gilt für viele als das gesunde Allround-Öl schlechthin — zum Kochen, zum Braten, für die Haut. In meinem Video habe ich dir die Liste der getesteten Kokosöle versprochen. Hier ist sie — und zwar nicht nur der amerikanische Test, sondern auch das, was deutsche Prüfer gefunden haben. Damit du beim nächsten Einkauf wirklich etwas damit anfangen kannst.

Die Kurzfassung, wenn du es eilig hast

Für den Einkauf in Deutschland — diese Öle erhielten bei Öko-Test die Note „sehr gut“: Dr. Goerg Bio-Kokosöl extra nativ, Rapunzel Kokosöl nativ, Bio Zentrale Öl Kokos nativ, Borchers Bio Kokos-Öl und Vita D’Or Bio Natives Kokosnussöl (Lidl).

Damals durchgefallen: Alnatura und Rewe Bio (Öko-Test: „mangelhaft“ wegen Mineralöl), Palmin (höchste Mineralölbelastung im Test, rund 10 mg/kg) — und bei Stiftung Warentest das GutBio-Kokosöl von Aldi Nord, das wegen zu vieler Schadstoffe sogar aus dem Handel genommen wurde.

Im amerikanischen Phthalat-Test schnitten am besten ab: Dr. Bronner’s, Island Fresh, Carrington Farms, Spectrum und Nutiva — am schlechtesten: Azure Market, Better Body Foods, Tropical Traditions, Crisco und Ellyndale.

Drei Tests, ein Muster

Das Spannende ist: Drei völlig unabhängige Untersuchungen — zwei deutsche, eine amerikanische — erzählen dieselbe Geschichte.

1. Der amerikanische Phthalat-Test (Verbraucherplattform Mamavation, EPA-zertifiziertes Labor, 2023–2025): 12 Kokosöle, getestet auf 14 Weichmacher-Typen. In jeder einzelnen Flasche wurden Phthalate gefunden — mit Werten von 126 bis 1.506 ppb, also mehr als Faktor zehn zwischen dem saubersten und dem am stärksten belasteten Öl.

2. Öko-Test (Ausgabe 2020): 20 Kokosprodukte, geprüft unter anderem auf Mineralölbestandteile. Jedes zweite Produkt war belastet — gefunden wurden MOSH (reichern sich in Organen an) und teils MOAH (darunter potenziell krebserregende Verbindungen). Fünfmal „mangelhaft“, aber auch zehnmal „sehr gut“.

3. Stiftung Warentest (Dezember 2018): 15 Kokosöle plus ein Kokosfett. Nur 5 von 15 waren „gut“ — gefunden wurden Mineralölrückstände, Weichmacher und Pestizide. Ein Öl fiel komplett durch.

Das Muster dahinter: Die Schadstoffe stammen nicht aus der Kokosnuss, sondern aus Verarbeitung, Maschinen und Verpackung. Deshalb schützt „Bio“, „nativ“ oder „kaltgepresst“ nicht automatisch — und deshalb entscheidet die Marke, nicht das Etikett.

Was sind Phthalate überhaupt?

Phthalate sind Weichmacher aus Kunststoffen. Sie gelten als hormonell wirksam und werden unter anderem mit Fruchtbarkeits- und Schilddrüsenthemen in Verbindung gebracht. Gerade bei einem Öl, das viele täglich benutzen — zum Kochen, Braten oder auf der Haut — lohnt sich deshalb der genaue Blick.

Die amerikanische Liste: alle 12 getesteten Kokosöle

Am stärksten belastet (über 800 ppb)

  • Azure Market Organic — 1.506 ppb
  • Better Body Foods Naturally Refined — 1.331 ppb
  • Tropical Traditions Gold Label — 974 ppb
  • Crisco Refined Organic — 910 ppb
  • Ellyndale Organic (Now Foods) — 800 ppb

Mittlere Belastung (400–800 ppb)

  • La Tourangelle Organic Virgin — 731 ppb
  • Garden of Life Raw Extra Virgin — 653 ppb

Am wenigsten belastet (unter 400 ppb)

  • Nutiva Organic Virgin — 387 ppb
  • Spectrum Organic Virgin — 361 ppb
  • Carrington Farms Organic — 217 ppb
  • Island Fresh Organic Virgin — 135 ppb
  • Dr. Bronner’s Virgin — 126 ppb — das sauberste Öl im Test

Die deutschen Testergebnisse im Detail

Öko-Test vergab „sehr gut“ unter anderem an:

  • Dr. Goerg Bio-Kokosöl extra nativ
  • Rapunzel Kokosöl nativ
  • Bio Zentrale Öl Kokos nativ kaltgepresst
  • Borchers Bio Kokos-Öl kaltgepresst
  • Vita D’Or Bio Natives Kokosnussöl (Lidl)

„Mangelhaft“ waren damals unter anderem: Alnatura Bio-Kokosöl und Rewe Bio Kokosöl (Mineralölbelastung) sowie Palmin — mit rund 10 mg/kg die höchste Mineralölbelastung im Test. Bei Stiftung Warentest fiel das GutBio Native Kokosnussöl von Aldi Nord wegen zu vieler Schadstoffe durch; Aldi nahm es daraufhin aus dem Handel.

Ehrlich dazugesagt: Diese beiden Tests liegen ein paar Jahre zurück (2018 und 2020), Rezepturen und Lieferketten können sich seither geändert haben. Aber sie zeigen, welche Hersteller schon damals sauber produziert haben — und dass sich die Mühe lohnt, genau hinzuschauen.

Was du daraus mitnehmen kannst

1. Orientiere dich an den „sehr gut“-Marken. Dr. Goerg, Rapunzel, Bio Zentrale, Borchers und Vita D’Or sind in Deutschland gut erhältlich — im Bioladen, in der Drogerie oder bei Lidl. Aus dem US-Test bekommst du hierzulande am ehesten Dr. Bronner’s und Nutiva.

2. „Bio“, „nativ“ oder „kaltgepresst“ allein schützt nicht. Auch Bio-Öle sind durchgefallen. Die Belastung entsteht bei Verarbeitung und Verpackung, nicht im Anbau.

3. Bevorzuge Glasgebinde. Je weniger Kunststoffkontakt, desto besser — das ist die einfachste Faustregel für alle Marken ohne aktuelle Testdaten.

4. Auf Olivenöl auszuweichen löst das Problem nicht. Im selben amerikanischen Testprogramm lagen Olivenöle zwischen 655 und über 6.000 ppb.

Quellen: Mamavation, „Coconut Oils Tested for Toxic Phthalates“ (EPA-zertifiziertes Labor, 2023–2025) · Öko-Test, Kokosprodukte-Test (Ausgabe 2020) · Stiftung Warentest, „Kokosöl im Test“ (12/2018).

Post Tags :

Teile den Herzensbrief :

Facebook
WhatsApp
Telegram
Email

Newsletter

TRAG DICH HIER EIN, UM DIE HERZENSBRIEFE ZU ERHALTEN: